70 Jahre ist es her

„Feindliche Bomberverbände im Anflug…“

Als der Reichsrundfunk am Abend des 13. Februar 1945 diese Meldung sendete, ahnte noch niemand, welches Grauen die anglo-amerikanischen Bomberverbände verursachen würden.

In der Nacht vom 12. zum 13. Februar 1945 flogen US-amerikanische und britische Bomber mehrere Angriffswellen auf Dresden, obwohl den Geheimdiensten bakannt war, daß sich tausende Flüchtlinge zu diesem Zeitpunkt in Dresden befanden.

Dresden, die Stadt an der Elbe, das Elbflorenz, die Stadt, in der Bähr und Pöppelmann gewirkt hatte, die Stadt, in der die Gemäldegalerie Werke großer Meister beherbergt, die Stadt des Deutschen Hygienemuseums, die Stadt der Künste und die Stadt der Wissenschaften.

Jeder, der in Dresden wohnt und wohnte, hatte und hat etwas mit der Kunst zu tun. Als Künstler oder als Konsument/Kunstliebhaber.

Dieses einmalige Ensemble baulicher Meisterleistungen – Semperoper, Frauenkirche, Zwinger, Schloß, Hofkirche, Johanneum – bietet einen Imposanten Anblick.

Und all das wurde von den Alliierten innerhalb weniger Stunden in Schutt und Asche gebombt!

Hbf_1945

Die unzähligen Toten waren dahingemetzelt durch die Bomber derer, die uns heute immer wieder von Demokratie und „Kultur“ vorschwärmen, von Menschenrechten…

Martin_Luther_and_Frauenkirche_1967

Und das zu einem Zeitpunkt, als klar war, daß Deutschland den Krieg verloren hat!

Meine Mutter hat diese Nacht in der Dresdner Neustadt in der Nieritzstraße überlebt. Sie hat mir davon berichtet. Von den Ängsten im Luftschutzkeller, von den Flüchtlingen, die von ihrer Mutter versorgt wurden trotz der Lebensmittelknappheit. Sie erzählte von ihren Eindrücken, ihren Erinnerungen, von den Bildern, die sie nie vergessen hatte, von der zerbombten Dreikönigskirche, vom Kleidergeschäft und vom Bäcker, bei denen man jetzt nicht mehr einkaufen konnte.

Jeder kann sagen: Es war Krieg.

Ja, es war Krieg. Ein schrecklicher, verheerender Krieg. Völkermord. Aber es war auch ein unmenschlicher und berechneter Krieg: Schaut man sich nur den Luftkrieg seitens der anglo-amerikanischen Bomberverbände nach 1942 an, muß man feststellen, daß in der zukünftigen SBZ (sowjetische Besatzungszone) vorwiegend Industrie- und Verkehrdsanlagen bombardiert wurde. Genau die Objekte in den anderen drei zukünftigen Besatzungszonen meist verschont blieben. Dort wurden meist die Wohngebiete zerstört. Die Infrastruktur blieb weitgehend erhalten…

Danke, ihr „Befreier“, die ihr erst zerstörtet, dann plündernd und vergewaltigend über die zerstörten Gebiete hergefallen seid. Danke USA. Danke gerade euch, die ihr uns mit eurer Unkultur (McDoof & Co) so „glücklich“ gemacht habt.

Nein, ich entschuldige nicht die Verbrechen von SS und Wehrmacht, ich verteidige nicht die ewig gestrigen.

Diese Kapitel gehört nicht zu meinem Lebenslauf!

Nur die sinnlose Zerstörungswut und der Mord an unzähligen Zivilisten sind meine Kritikpunkte.

Gedenken wir der 300.000 Toten jener Nacht.

Danken wir all denen, die Dresden wieder in altem neuen Glanz auferstehen ließen.

Auch sehr interessant: Totengedenken

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8 Gedanken zu “70 Jahre ist es her

  1. Hab Dank für den Artikel.
    Es tut weh, so etwas zu lesen, aber es muß sein. Einfach nur deshalb, damit wir nicht vergessen, was man unserem Volk angetan hat.

  2. Sicher, wir haben den Krieg begonnen, und die Wehrmacht war nicht zimperlich im Morden,
    Deutsche haben die V1 erfunden und in London ausprobiert. Aber das Morden in Dresden und
    Plauen erschien uns damals schon wie ein Racheakt, und auf unserer Fahrt nach Thüringen
    wurden wir von Fliegern angegriffen. Wehe, wer aus Angst ausgestiegen war! Der wurde
    mit Schnellfeuerwaffen verfolgt. Unser Zug fuhr dann weiter. Aber das Prasseln der Einschläge
    auf das Dach des Zuges hab ich heute noch „im Ohr“!
    Und nun wird schon wieder mit Säbeln gerasselt. Werden die Menschen denn wirklich nicht klug?
    Und ich behaupte: Kriege sind kein „Biologisches Gesetz“, sie sind vermeidbar!!!

  3. Noch heute befindet sich am Eingang zum Zwinger eine denkwürdige Tafel der DDR, welche an die anglo-amerikanischen Bombenangriffe erinnert. Zwar wurde die Gedenktafel schon mehrmals geschändet, doch die Schrift ist noch zu lesen:

    „Am 13. Februar 1945 vernichteten anglo-amerikanische Bomberverbände die Innenstadt Dresdens. Auch der Zwinger wurde fast vollständig zerstört.

    Am 8. Mai 1945 befreite die Sowjetarmee die Stadt Dresden von der faschistischen Tyrannei.
    Bereits 1945 begannen auf Beschluß der neuen demokratischen Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der sowjetischen Kommandantur die Vorarbeiten für den Wiederaufbau des Zwingers.

    1945-64 wurde unter der Arbeiter- und Bauern-Macht der Zwinger in alter Schönheit wiederhergestellt. Die künstlerische Leitung hatten Hubert Ermisch und Arthur Frenzel.“

    Da paßt es so richtig ins Bild, wenn der Deutschlandfunk neuerdings mal wieder davon schwadroniert, die DDR habe mit eine „Lebenslüge“ begonnen. Nein – die Lebenslüge begann mit der Gründung der BRD, deren Remilitarisierung und mit der Wiedereinsetzung der alten Nazigrößen wie Gehlen, Lübke und Oberländer. Wenn faschistische Massenmörder in Westdeutschland bisher nur in seltenen Ausnahmefällen verfolgt wurden, so erweist sich die BRD heute als treuer Nachfolger des faschistischen Deutschland.

    Klar, daß solche Texte (wie der o.g,) der herrschenden Monopolbourgeoisie ein Dorn im Auge sind..
    Siehe: https://sascha313.wordpress.com/2013/10/26/warum-wurde-dresden-zerstort/

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