Meine allerletzte Adresse

FRIEDWALD14052016_18Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

 

 

 

Goethes Gedanken auf dem Kickelhahn bei Ilmenau kamen mir in den Sinn, als wir am Samstag den Urwald Saarbrücken betraten.

Und aus Faust 1 (Osterspaziergang):  Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein.

So schön. So friedlich. FW-Symb

Treffen und Wanderung mit einem Förster, einem ganz besonderen Förster:

Klaus-Peter Bölke führte uns und erklärte die Konzepte Urwald und Friedwald.

Der Baum – die Bäume. Der Wald – die Wälder.

Was gibt es schöneres als diese grandiosen Lebewesen, die 100, 200, 300 Jahre an ein und der selben Stelle verbringen? Die in dieser Zeit so viel erlebt haben, die sich immer wieder neuen Einflüssen angepaßt haben… FRIEDWALD14052016_07

Herrlich das Spiel von Licht und Schatten.

So eigen in Laubwäldern.

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Das Rauschen der Blätter, das Zwitschern der Vögel.

Was braucht es mehr um sich zu entspannen?

So zwanglos, so offen. Der kleine Mensch und die große Natur.

Dieser Wald soll unsere allerletzte Adresse sein.  FRIEDWALD14052016_17

Hier werden wir wieder eins mit der Natur.

Die Reste unserer sterblichen Hülle werden wieder Teil des Lebens, werden Nahrung für viele: vom kleinsten Lebewesen bis zum größten Baum. Gelöst vom Wasser, verteilt im Boden.

Und die Hinterbliebenen?

Frei von allen Zwängen, frei von Kleiderordnung und Öffnungszeiten.

FRIEDWALD14052016_05Der Wald kennt so etwas nicht. Der Wald ist offen, offen für Gefühle, offen für Gedanken, offen für Leben und Tod.

 

Und noch etwas kommt dazu: Dieser Wald ist in seinem Bestand geschütz, geschützt für die nächsten 99 Jahre.

Eine kurze Zeit im Leben von Bäumen. Aber eine unermeßlich große Zeit für das Leben, für das Klima. FRIEDWALD14052016_14

Egal ob Friedwald, Ruheforst oder Ruhewald.

Diese Art der Bestattung, die Baumbestattung, ist nicht das Ende sondern das Leben. Das Leben für unsere Nachkommen.

Die Natur braucht den Menschen nicht. Aber der Mensch braucht die Natur.

Geben wir der Natur etwas zurück. danken wir der Natur für ihre Gaben und sichern das Weiterbestehen dieser Wälder für die nächsten Jahre.

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Für die fotografischen Impressionen danke ich meiner Frau ganz herzlich.

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