Schlaft gut

„Freuen wir uns auf 90 Minuten, gern auch 120 und das Elfmeterschießen.“

Mit diesen Worten begann die Fernsehübertragung des Viertelfinalspiels BRD – Italien gestern abend.

Der Einschlaffaktor war sehr hoch.

Da sind hochbezahlte Berufsfußballer auf dem Spielfeld und folgen einer Löwschen Torverhinderungstaktik.

Nichts, aber auch gar nichts war da mitreißend.

Längst sind die Zeiten vorbei, als da noch „elf Freunde“ auf dem Platz waren.

„Geht raus und spielt Fußball!“ – Das gibt es heute nur noch in der Kreisklasse. Dort sind die, die dem runden Leder mit Begeisterung nachjagen.

Doch heute sind alle Sportjournalisten aufgerufen, das alte Berti-Zitat umzusetzen: „Ich weiß nicht was Sie gesehen haben. Ich habe ein gutes Spiel gesehen.“

 

Tausende und aber tausende Anhänger feierten frenetisch, bis weit nach Mitternacht, den Sieg der bundesdeutschen „Fußballhelden“.

Mal davon abgesehen, daß die Trauerminen beim „Singen“ der Nationalhymne „Eingkeit und Recht und Freiheit…“ absoluten Siegeswillen ausdrückten.

Dieses Ballgeschiebe war keine Werbung für den Sport.

Aber der Sport ist ja schon längst nicht mehr das, was GuthsMuts mit seinen Leibesübungen erzielen wollte.

Kommerz. Kommerz, Kommerz.

Und Tausende folgen ihm, kaufen überteuerte Eintrittskarten, um dann überbezahlten Hampelmännern zuzujubeln, kaufen überteuerte „Fanartikel“, um ihren „Idolen“ nah zu sein.

So viel Dummheit auf einem Fleck tut schon weh.

Aber nach diesem Erlebnis mit sehr hohem Einschlaffaktor kann ich jetzt zur Ruhe kommen.

Gute Nacht.

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