Googles größter Mord

Es ist soweit: Panoramio ist tot. pano-end01

Ermordet von Google.

Da wurde eine Gemeinschaft in die Knie gezwungen. Ohne Not.

pano-end02Wer noch einen Account hat, darf noch auf seine Seite. Ein Jahr lang.

Das erste, was mir auffiel: keine Freundesliste mehr, keine Gruppenliste mehr.

Auch keien Kommentare mehr.

 

Panoramio war für mich mehr als nur eine Foto-Seite: Panoramio war das Netzwerk schlechthin.

Und es war für mich auch eine Schule: Nicht nur knipsen und zeigen, sondern den Blick weiter entwickeln, Tugenden, die ich mir während der analogen Fotozeiten angeeignet hatte, wieder aufleben lassen: Egal ob Makro, Natur, Technik oder Architektur – immer den besonderen Blick festhalten, die besondere Stimmung oder den glücklichen Moment.

Für all das war Pamoramio die richtige Plattform. der kleine blaue Stern an der linken unteren Bildecke hieß: Für Google Earth und google Maps ausgewählt.

Das war schon was.pano-stat

Die Statistiken zeigten, wie gut die Fotos – weltweit – ankamen. Und die Kommentare und Auszeichnungen durch die Nutzer waren unverzichtbar für die eigen Entwicklung.

 

Jeder, der hier seine Fotos präsentierte, hatte seinen eigenen Blick, seinen eigenen Stil. Unverkennbar. Hier konnte jeder lernen.

Und sich begeistern. Begeistern für die Fotografie, begeistern für die Welt, die man nicht immer und überall mit eigenen Augen betrachten kann.

 

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Laut internationalem Ranking war ich auf Platz 119058 bei den Anmeldungen. Also so ziemlich am Anfang mit dabei, wenn man von mehreren Millionen Nutzern ausgeht – weltweit.

Macht schon irgendwie stolz.

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Und mein Foto mit den meisten Aufrufen war demnach super platziert.

 

In all den Jahren habe ich viel gelernt: Wie sieht es in Norwegen aus, wie in Alaska? Was macht Patagonien aus?

Eisenbahnen weltweit, Rallyes – lokal, national, historisch.

Tiere und Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung, geologische Besonderheiten.

Farben, schwarz-weiß, Panorama, Weitwinkel, Zoom, Tiefenschärfe, Tiefenunschärfe…,

Motivwahl, Ausschnitt.

Die Kommunikation in den Gruppen, die Fragen beantwortet, die Hinweise gab, die Mut machte.

All das ist dahin. Vorbei. Dem Kommerz zum Opfer gefallen.

 

Die Gemeinschaft ist auseinander gerissen: Die einen sind bei Flickr, andere bei Ipernity oder 500pix.

Es gibt keine Plattform, die alle anspricht, die alle Möglichkeiten wie Panoramio bietet.

Lebt denn wohl, habt eine gute Zeit.

Google hat mich „verloren“: kein Blogspot, kein YouTube – keine Google-Suche mehr.

Und Google Maps brauche ich auch nicht: Ich kann noch analoge Landkarten lesen!

 

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