Leben wie Gott in Frankreich

So will es doch jeder. Oder nicht? PE-Logo

Da hat man einen Arbeitsplatz gefunden, der einem Spaß macht, der einem ein gutes Auskommen ermöglicht und dann passiert das: „Ich kümmer mich drum.“

Das war im Oktober 2016, als ich dem Firmeninhaber sagte, daß Verbrauchsmaterial alle ist.

„Ich kümmer mich drum“ hieß es auch, als im November kein Lohn auf dem Konto war.

Auf die Frage nach dem ausstehenden Lohn, nach fehlendem Verbrauchsmaterial gab es immer wieder die Antwort: „Ich kümmer mich drum.“

Natürlich geht man den vorgesehenen Weg: von der Geltendmachung bis zur Klage. Doch das dauert. Und damit man nicht verhungert und auf der Straße landet, geht man zum Jobcenter, damit die einem aus der Patsche helfen.

Daraus entwickelt sich eine wahrliche Brieffreundschaft.

Einkommensnachweis? – „Ich kümmer mich drum.“

Bis inklusive „Heiliabend“ gab es Arbeit – aber keine Geld. „Ich kümmer mich drum.“

Zum Gerichtstermin kam der Beklagte natürlich nicht. PE-VU

Versäumnisurteil, unwirksame Kündigung, Versäumnisurtel…

Alles schön und gut – aber kein Geld, nur die Almosen vom Jobcenter. Eine wahre Brieffreundschaft.

Bei meiner Runde, bei der ich mich von den Kunden verabschiedet habe, konnte ich ihnen die „frohe“ Botschaft übermitteln, daß unter dem Aktenzeichen 105-IN 53/16 ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Daß hier Gläubiger den Antrag gestellt hatten, war irgendwie bezeichnend.

„Ich kümmer mich drum.“

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Solche Bewertungen sind nicht unbedingt förderlich.

Hoffentlich wissen die Kunden, die sich von ihm „bedienen“ lassen:

Die Schuldner des Schuldners werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten (§ 23 Abs. 1 Satz 3 InsO).

Brieffreundschaften mit Jobcenter, Anwälten, Insolvenzverwaltern sind so erheiternd.

Das Leben ist schön.

 

Ins-Such-Erg

 

 

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