Demonstrationen

Das ist jetzt 55 Jahre her und doch habe ich noch einige Erinnerungen an diese 1te-Mai-Demo: Vater hatte mich an der Hand und vor der Tribüne auf der Schulter. Alles war geschmückt in der Strelitzer Straße.

Die Mainelke war damals noch aus Papier. Auch das Sowjetische Ehrenmal auf dem achteckigen Markt war herausgeputzt. Von der Tribüne begrüßte der Sprecher „die Kulturschaffenden des Friedrich-Wolf-Theaters“. Vater wollte eigentlich ein Kinderklavir umhängen: „Ich bin doch der Klavirknecht am Theater.“

Verschmitzt blinzelten sich die Kollegen, Schauspieler, Sänger und Musiker zu. Sie gehörten zur Stadt. Sie waren anerkannt im ganzen Bezirk, in den kleinen Städten und Dörfern. Und die Vorstellungen waren immer gut besucht. Auch speziell die Kindervorstellungen, die immer mit viel Liebe inszeniert waren.

 

Vor 29 Jahren hatte ich meinen Ältesten auf der Schulter: Die Jugendbrigaden im Blauhemd vorn: Heckertwerker machen Geschichte!

Siegfried Lorenz auf der Ehrentribüne mit den Genossen und Parteifreunden von SED, CDU, DBD, NDPD, LDP, DFD, FDGB und und und.

Es war die Zeit des „Umbruchs“. An der Beteiligung ließ sich das kaum feststellen.

Nein, wir hatten keine „Teilnahme-Prämien“ ausgezahlt, damit möglichst viele Menschen an solchen Demonstrationen teilnahmen.

Und wie jedes Jahr haben wir uns anschließend irgendwo gemütlich zusammen hin gesetz, ein zwei Bierchen getrunken, was gegessen und geredet.

Es war uns einfach Verpflichtung, für unser Werk, für unsere Arbeit einzustehen, uns und unsere Ergebnisse zu präsentieren.

Ja wir waren stolz auf das Erreichte.

 

Damals in der DDR.

 

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