Abschied

Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt, sagt die Welt, dass er zu früh geht„, textete einst Ulrich Plentzdorf.         FW20180714-072233001

Diese Tatsache führte uns in den Friedwald.

Die Morgensonne empfing uns auf dem Waldweg.

Der Friedwaldförster trug die Urne vor uns her zu der Eiche, an deren Fuß die Asche des Verstorbenen in die Natur eingehen soll.

FW20180714-072415001 Mit einer angenehme Kühle empfing uns der Wald. Jeder Schritt ließ auch jeden Gedanken zu, Gedanken an den Verstorbenen, Gedanken an die Hinterbliebenen.

Hier in diesem Wald darf jeder Baum sein Leben leben und, wenn es an der Zeit ist, würdevoll sterben.

Die Gedanken kreisen. Sie kreisen um die letzten Tage, Wochen, Monate, Jahre. Sie springen hin und her.   FW20180714-073804001

Der Förster mit der Urne führt uns weiter.

Nur noch wenige Schritte bis zu der Eiche, in deren Wurzelbereich die Urne ihren Platz findet.

Jeder läßt sich von seinen Gedanken leiten. gibt sich seinen Gefühlen hin. Jeder auf seine Art. FW20180714-080251001 Es bedarf keiner Trauerrede, keiner Ansprache. Wir alle wissen, warum wir zu dieser frühen Morgenstunde hier im Friedwald sind.

Eine besondere Umarmung gibt mir Kraft: Die Eiche. Da fühle ich die Borke, spüre die Wärme. Dieses Lebewesen, FW20180714-084008001 das so viel älter ist als ich, hat schon so viel erlebt. Und er gibt mir etwas ab von seiner Stäke.

Hier, in diesem lichtdurchfluteten Laubwald, zwischen Buchen, Eichen, Ahorn und Hainbuchen sind Grün-, Bunt- und Schwarzspecht zuhause. Ihre Stimmen unterbrechen die Stille – nicht aufdringlich. Die Rufe gehören zum Wald, gehören dazu.

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Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt, sagt die Welt, dass er zu früh geht.“

 

 

Der Wald lebt. Der Wald gibt Leben. Wald ist Leben. Wald ist Atmen.

 

Nachgedanken von Versengold:

Haut mir kein‘ Stein Songtext

Ich hoff‘ es ist noch lange hin, bis der Vorhang für mich fällt
Bis mich uns’re Mutter Erde, wieder in den Schoß bestellt
Doch wenn es dann soweit ist, dass ich nicht mehr bei euch bin
Hab‘ ich eine große Bitte, denn nur das macht für mich Sinn

Haut mir kein‘ Stein, schlagt mir kein‘ Kreuz und macht mir keine Kerzen an
Brennt mich lichterloh zu Asche, trinkt ein Bier auf mich und dann
Lest mir bitte keine Messe, legt kein‘ Kranz wohin ich starb
Sondern baut mir dort ein Schankhaus und tanzt auf meinem Grab

So ein Abschied ist ein Trauerspiel, das ist mir ja auch klar
Doch wir sind nunmal alle dran, scheiße, aber wahr
Also lebt die Zeit, die ihr noch habt, ich gönne sie euch all’n
Wischt die Tränen weg und tut mir den Gefall’n

Haut mir kein‘ Stein, schlagt mir kein‘ Kreuz und macht mir keine Kerzen an
Brennt mich lichterloh zu Asche, trinkt ein Bier auf mich und dann
Lest mir bitte keine Messe, legt kein‘ Kranz wohin ich starb
Sondern baut mir dort ein Schankhaus und tanzt auf meinem Grab

Wih-ih-ih-ih-ih
Wih-ih-ih-ih-ih

Baut mir ein schönes Haus, in dem jeder feiern geht
Und auf dessen Eingangstüre, in großen Zeilen steht

Er hat geraucht, er hat getrunken, er hat getanzt solang es ging
Er zog durch Kneipen und Spelunken, bis das Licht am Himmel hing
Er hat gelacht, wann immer möglich und die Frauenwelt geliebt
Er lebte alle seine Träume, wenn es wirklich sowas gibt
Er hatte die beste Familie, die ein Mensch sich wünschen kann, und echte Freunde
Und die fleh‘ ich jetzt an

Pflanzt mir kein‘ Baum!
Ölt mich nicht ein!
Lasst keinen Priester an mich ran!
Brennt mich lichterloh zu Asche, streut mich in den Wind und dann legt mir bitte, bitte keine toten Blumen auf mein Grab
Ihr wisst doch, dass ich tote Blumen nicht mag

Haut mir kein‘ Stein, schlagt mir kein‘ Kreuz und macht mir keine Kerzen an
Brennt mich lichterloh zu Asche, trinkt ein Bier auf mich und dann
Lest mir bitte keine Messe, legt kein‘ Kranz wohin ich starb
Sondern baut mir da ein Schankhaus und tanzt auf meinem Grab

Zum Video

 

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