Chemnitz

„Wenn Grotewohl und Pieck vom Himmel scheißen 

wird Karl-Marx-Stadt wieder Chemnitz heißen.“ Karl Marx Stadt

Dieser Spruch war in der ganzen Region immer präsent.

Ruß-Chemnitz war eine Arbeiterhochburg: Hartmann, Wanderer, Diamant – alles alteingesessenen Firmen, die mit ihren Entwicklungen Dank der Tüchtigkeit ihrer Arbeiter Weltruhm erlangten.

Nach dem 2. Weltkrieg, als die Stadt in Trümmern lag (bis Ende der 60er standen noch Ruinen im Stadtzentrum) wurde aufgebaut. Aus den Ruinen der Betriebe wurden Firmen mit Weltruf.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6f/WMW_Schriftzug.jpgHeckert, 8. Mai, Diamant, Textima, Büromaschinenwerk, Numerik – Namen mit Klang,

Es ging stetig aufwärts: Heckert-Gebiet, Bernsdorf – Neubauten für die, die die Werte schaffen.

Kultur für die, die die Werte schaffen: Robert-Schumann-Philharmonie (mehrfach -Gast bei den Salzburger Festspielen).

Zwar nicht überall schön (was ist schön?) aber lebenswert.

Nachdem sich in der Markus-Kirche auf dem Sonnenberg die „Opposition“ Ende der 80er zu den „Montagsdemos“ formierte, mußten nach der Annexion die Brennpunkte der Arbeiter ganz schnell „abgewickelt“ werden. Dadurch wurden viele Arbeiter in den Westen vertrieben so wie der APO-Sekretär der Kleinmechanik von Heckerts, den ich in Mannheim wiedersah.

Jahre später traf ich den ehemaligen Parteisekretär von Heckerts in Chemnitz wieder: „Wir kämpfen um unsere Stadt!“

Die Positionen waren verloren, der Einfluß – na ja – geschwunden.

So wundert es mich nicht, wenn aus sozialer Unzufriedenheit Neid und Mißgunst wachsen und sich rechtes Gedankengut Zugang zu den Massen verschafft.

Ja, auch ich hatte damals auch den Weg in den „Westen“ beschritten. Es ging um Broterwerb und Familienunterhalt.

 

Angekommen?

Vielleicht. Oder auch nicht. Eher weniger.

Das System schlägt gnadenlos zu:

„Grinsend steht am Grab der Tod:

Kaputtgerackert du Idiot!“

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