Zum Weltfriedenstag

Jedes Jahr am ersten September begann in der DDR das neue Schuljahr, das neue Semester, das neue Lehrjahr. Jedes Jahr am ersten September nach acht Wochen Sommerferien das Wiedersehen mit den Klassenkameraden und Lehrern. Jedes Jahr am ersten September mit dem Fahnenappell mit dem Pionier- und FDJ-Gruß.

Jedes Jahr am ersten September mit der Mahnung ob des brüchigen Friedens, den es zu verteidigen gilt.

Und seit vielen Jahren kommt mir in diesen Tagen immer wieder ein Buch aus der Robinson-Reihe in Erinnerung, das ich als Kind verschlungen habe: „Sie nannten ihn Amigo“ von Wera und Claus Küchenmeister. Das Schlußbild hat sich mir eingeprägt wie kein Anderes: Peter geht in der Reichsbahneruniform von Amigos Vater zum Bahnsteig, den Hampelmann über der Schulter und den Pappkoffer in der Hand, während aus dem Bahnsteiglautsprecher die verzerrte Stimme verkündete: „Polen hat heute nacht zum erstenmal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! „

 

So gedenke ich heute der unzähligen Toten, die der real existierende Kapitalismus in seiner höchsten Stufe auf dem Gewissen hat. Unzählige Tote, die ihr Leben für die Gewinne der Konzerne weltweit lassen mußten. Kapital hat keine Moral, kein Gewissen. Kapital hat nur eine Aufgabe: Gewinn erwirtschaften ohne Rücksicht auf Verluste!

Die längste europäische Friedensphase ist vor 30 Jahren zu Ende gegangen, als Chrustschows „Werk“ von Gorbatschow vollendet wurde.

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